Freitag, 30. September 2005

Sayonara!

Waah!! Hier sind alle so groß >_< Und das ß gibts auch wieder... Der Form halber kommt jetzt mein Abschiedsbeitrag für diesen Blog. Ich weiß selbst nicht genau, ob ich froh oder traurig darüber bin, aber seit gestern bin ich wieder zu Hause!

Zu Hause ist, ...

wo man die Klamotten nur nach Bequemlichkeitsgrad auswählt,
wo die Tastatur alles bereit hält, das man für seine Muttersprache braucht,
wo man nicht mehr zu eitel ist, um die Lesebrille aufzusetzen,
wo man CDs anhört, die man schon in und auswendig kennt,
wo die Familie jeden Tag zur selben Uhrzeit aufsteht,
wo Bücher im Regal stehen, die man schon vor Jahren gelesen hat,
wo man ohne Hirn durchs Haus rennen kann und trotzdem alle Türen in die richtige Richtung aufmacht...

Aber irgendwie ist Zu Hause auch dort, wo es Leute gibt, die auf einen warten ... jetzt muss ich erst mal gaaaaaanz viele Mails schreiben!

Tschüss Blögle, schlaf schön! Eines Tages weckt dich Helen-san wieder auf...

Montag, 26. September 2005

Freizeit

Einer geht noch!! Vermutlich ist dies der letzte Beitrag zu dieser Reise :-(...
Heute: Was machen Japaner eigentlich in ihrer Freizeit?? Die Frage ist wohl etwas schwierig, denn in Japan gibt es genauso vielfaeltige Interessen wie in D auch. Aber ein paar ungewoehnliche Freizeitbeschaeftigungen kann ich aufzaehlen.

- BADEN. Baden ist ein echtes Hobby. Ich kann mir keinen Japaner vorstellen, der nicht gerne ins oeffentliche Thermalbaeder steigt. Ausserdem gibts jeden Abend im heimischen Badezimmer eine heisse Wanne. Das besondere dabei: man steigt ins Badewasser des Vorgaengers. Baden ist zum entspannen da; saeubern tut man sich am Wascheimer.

- SHOPPING. Grosse Department Stores und die Untergrundpassage des Bahnhofs laden zum Shopping ein. Die Einkaufsstrassse, die jede noch so kleine Stadt besitzt, ist ueberdacht, damit man auch bei schlechtem Wetter aus Leibeskraeften konsumieren kann. Ein Bummel durch diese Arkade ist immer ganz nett. Hier stoeckeln die aufgetakelten "modebewussten" Japanerinnen in die Laeden mit dem neusten Schnickchnack, gleich nebenan kann man traditionelle Kimonos erstehen...

- PATCHINKO. Was ist nur so faszinierend daran, zwischen frustrierten Spielsuechtigen zu sitzen und ein Vermoegen auszugeben, nur um vielleicht ein Stofftier zu gewinnen und sich das Gehoer zu ruinieren? Jedenfalls sind die grossen blinkenden Spiel-Slots immer besucht.

- KARAOKE. Karaoke-Bars sieht man tatsaechlich oft in japanischen Staedten.

- LESEN. Wer im Zug nicht schlaeft (...also ein sehr seltener Fall^^), der packt Zeitung, Roman oder Manga aus. Manga gibts fuer jedes Alter, jedes Geschlecht, jedes Interesse. Lustig kann der Blick in einen Buchladen sein: Manche Leute scheinen nicht zum Einkaufen dort hinein zu gehen, sondern zum Lesen. Dann stehen sie nebeneinander vor dem Buecherregal und lesen friedlich einen Schmoeker...

- FERNSEHEN. Der Fernseher laeuft immer und ueberall. Super aetzend. Zu sehen gibts zum Beispiel:
komische Nachrichten (kommt mir vor als wird nur ueber Katastrophen und ein wenig japanische Politik berichtet)
koreanische Dramen (historische Gewaender und viele viele Traenen... in letzter Zeit sind koreanische Dramen und Schauspieler "in", was ich, angesichts der wenig freundschaftlichen Ereignisse vor '45, ganz positiv finde.)

- JOGGEN, GYMNASTIK USW. Idealer Ort fuer den Fruehsport ist natuerlich der oeffentliche Park, damit auch kleine auslaendische Touristen was davon mitkriegen.^^

- ENGLISCH LERNEN. Jeder Auslaender, der in Japan lebt, scheint Englisch zu unterrichten. Dank dem wenig erfolgreichen staatlichen Englischunterricht gibt es viele private Institute, an denen die armen Japaner ihre Englischkenntnisse aufbessern.

- GARTENARBEIT. In Japan muss es wirklich viele Pflanzenliebhaber geben. Die gruenen Lieblinge ranken sich an Gittern hoch, haengen vom Dachvorsprung herunter und stehen in vielen grossen und kleinen Kuebeln vor den Haeusschen. Natuerlich auf japanisch-chaotische Art.

- ESSEN GEHEN. Als Familienevent scheint man hin und wieder mal abends ausserhalb zu essen. Als Gast wird man oft zum Kaiten-Sushi geschleppt (meine persoenliche Uebersetzung: Fliessband-Sushi).

- HANDYS. Vom Grundschueler bis zum Greis ist die japanische Bevoelkerung mit Handys (inkl. Foto-Funktion) ausgestattet. Hat man gerade nix besseres zu tun, wird das High-Tech-Ding aufgeklappt und eifrig darauf rumgetippt.

Samstag, 24. September 2005

Wer ist die Schoenste im ganzen Land...?

Aie!!!! Zwei Monate lang habe ich mich ahnungslos von den japanischen Herren anquatschen lassen, und jetzt schluesselt mir hier mein Host genau auf, wie ich aus japanischer Sicht wirke. Uff! Fangen wir mal an... natuerlich muss ein bisschen Uebertreibung dabei sein.....^^

(---------------------------->> japanische Perspektive)
Bohnenstange ------------>> rank und schlank (und das ganz ohne Stoeckelschuh-erhoehung)
"duenn" ("Isst du auch genug?" >.<) --->> die Japanerinnen sind auch nicht gerade ausladend, falle also nicht weiters auf
Haarfarbe: stinknormales braun -->> strahlendhelles Haar (ganz ohne Haarefaerben!)
etwas schwaechliches Haar --->> sooooo weiches Haar!! (japanisches Haar ist schoen fest und voll.. aeh... ich meine natuerlich, hart und kratzig^^)
stinknormale europaeische Augen --->> grosse, exotische, bunte Augen
laaaaange Nase ------------>> profilierende Nase im Gegensatz zu den "platten" japanischen Gesichtern
schmales Gesicht, schwierig alles darin unterzubringen --->> endlich mal nicht so ein weites breites rundes leeres (jap.) Gesicht!

Weitere Pluspunkte: bin einer der wenigen Auslaender die ein bisschen Japanisch radebrechen, bin soooooo jung, reise alleine (das kommt cool), spreche im Gegensatz zur japanischen "Diskussions"kultur (??) auch gern mal ueber etwas weniger oberflaechliche Themen >.< (das kommt klug)

Was mich betrifft... ich muss sagen, wenn ich nach einem langen japanischen Tag in den Spiegel schaue, bin ich manchmal selber kurz ueberrascht ueber das komische Europaer-Gesicht... (Ich ertappe mich schon dabei, dass ich Auslaender auf der Strasse oder im Zug anstarre... dabei bin ich doch selber einer o.O..)

Mittwoch, 21. September 2005

FAQ

Die meist gestellten Fragen der Japaner EXKLUSIV fuer euch...:

"Was hat dich in Japan am meisten beeindruckt / Was hat dir am besten gefallen?" (Dann wollen sie "der Atombombendom" oder "der so-und-so-Tempel" hoeren, was mir als antitouristischer Tourist seeeehr schwer faellt.)

"Reist du allein?" (Japanische Frauen haben wahrscheinlich kaum das Selbstbewusstsein, alleine zu reisen...)

"Sorgen sich deine Eltern nicht um dich?" (Im Internetzeitalter ist meine Familie stets bestens informiert... naja ... alles muesst ihr ja auch wieder nicht wissen...)

"Wie gross bist du?" (Das muss man als Auslaender unbedingt wissen.)

"Kannst du rohen Fisch essen?" (Ja. Das Problem bei Sushi ist nicht der rohe Fisch, sondern das gruene scharfe Wasabi-Zeug, das ich regelmaessig vom Reis runterschabe.)

"Kannst du Natto essen?" (Pfui Teufel!!! Sicher 80% der Auslaender moegen kein Natto. Entsprechend grinsen die Japaner schon wenn sie die Frage stellen.)

"Magst du Sake?" (Nein...... und Bier mag ich auch nicht!)

"WAS, du magst kein Bier?? Die Deutschen moegen doch Bier, nicht wahr?" (...wahrscheinlich...)

"Isst du in Deutschland jeden Tag Brot? Wie oft isst du Reis?"

"In welcher Stadt bist du geboren?" (Irgendwie ist das wichtig. Mir passierte es sogar einmal, dass zuerst nach der Geburtsstadt und dannach nach dem Wohnort gefragt wurde.)

"Fuer was ist deine Stadt beruehmt?" (Komische Frage! Und KEINER fragt mich, ob mir die Stadt denn gefaellt...)

"Wie findest du Onsen (Thermalbaeder)?" (Naja, ganz nett, aber ich bevorzuge eine heisse Dusche.)

"Schaemst du dich nicht im oeffentlichen Bad?" (Noe, schon okay. In D gibts ja auch gemeinsame Duschen.)

"Welche Anime / Manga sind in Deutschland bekannt?" (...oh je, da fragt ihr die falsche! Jedenfalls gehoeren Manga drueben zur Jugendkultur, waehrend hier vom Grundschueler bis zum Manager jeder Manga lesen darf und trotzdem ernst genommen wird^^.)

"Was ist dein Lieblingsessen in Japan?" (Okonomiyaki und Yakisoba sind die ungeschlagenen Favoriten! Aber auch Kareeraisu (Curryreis) ist sehr lecker. Die Japaner lachen immer wenn sie das hoeren, das ist naemlich a) das billigste Essen und b) auch das Lieblingsessen von japanischen Jugendlichen...)

"Wie ist das Klima in Deutschland?" (Ja, auch die Deutschen koennen tatsaechlich die selben 4 Jahreszeiten geniessen wie die Japaner.)
"Ist es in Deutschland jetzt kuehl?" (Wenn ich ihnen erzaehle dass die Luftfeuchtigkeit in D nicht so erdrueckend ist, machen sie schon ihre Umzugsplaene... Vielleicht sollte ich bemerken, dass man in D keine Kirschbluete und keine Ahorn-Herbstfaerbung exzessiv bewundern kann?)

"Gibt es in Deutschland Erdbeben und Taifune?" ( - auch die Verneinung dieser Frage laesst die Japaner schon Koffer packen. Dann fuege ich allerdings hinzu, dass zwar die japanische Natur etwas unbaendiger ist, ich mich aber dafuer in der japanischen Gesellschaft sicherer fuehle.)

"Warst du in Tokyo? Warst du in Kyoto?" (....bloeder Tourismus ;-)... )

Kleiner Rueckblick

Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Das liegt ganz einfach daran, dass mir nichts einfaellt! Ich bin einfach hier und geniesse meine letzte Woche... Vielleicht erzaehle ich euch einfach mal, was ich auf dieser Reise gelernt habe.

GASTGEBER...

Gastgeber koennen ganz schoen stressig sein. Der eine will mich nur am Wochenende, der andere will mich Mittwochs seinen Freunden vorstellen, der naechste kann Freitag nicht weil seine Katze zum Tierarzt muss...
Gastgeber geben einem sicherlich wesentlich mehr Einblick in japanischen Lifestyle als blosser Hotelaufenthalt, aber die ganze japanische Gesellschaft ist in den Gastgeberlisten nicht vertreten. Ich besuche die weltoffene Minderheit in Japan.

IM GEPAECK

Vollkommen unnoetig sind:
Reisefuehrer (die Touri-Info muellt einen mit genuegend Informationen zu)
viele tausend T-Shirts (jeder Gastgeber bietet mir an, meine Waesche zu waschen)
Handtuch und Seife (bekommt man auch in Yuusu's immer irgendwo her)
eventuell Regenschirm (hier gibt es quasi-oeffentliche Schirme *g* irgendjemand vergisst seinen billig-Schirm, ein anderer nimmt ihn mit, laesst ihn an einem anderen Ort liegen...)
Telefonkarte - denn der naechste Japaner wird dir bestimmt eine schenken

Unbedingt benoetigt wird:
leichte Socken (...begieb dich niemals barfuss in einen buddhistischen Gottesdienst, die Tatamimatten reiben dir beim vielen Verbeugen die Fuesse wund!)
kleine Geschenke fuer jede Altersgruppe, umbedingt im Handgepaeck mit zu fuehren!!
Fotos von zu Hause, ebenfalls im Handgepaeck
genaue Informationen ueber D: was essen die Deutschen? ab wann darf man Alkohol trinken und rauchen? wie hoch ist die Geburtenrate? (die beste Frage war: "haben eigentlich alle Deutschen braune Haare?" *LOL*)
gute Kenntnisse in Sachen Meerestiere...

REISEN

Ich habe hier Leute getroffen, die gleich ein halbes Jahr lang durch ganz Asien touren, immer auf Wanderschaft. Nach dieser Reise glaube ich, dass das nicht das richtige fuer mich waere. Als Reisender bin ich immer nur Konsument - ich besichtige, kaufe, erfahre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Zurueckgeben oder gar etwas erschaffen kann ich nicht ohne festes Zuhause und ohne ein gewisses Mass an Alltag. Mein naechstes Ziel ist es deshalb, eine Weile lang im Ausland zu wohnen, damit ich mich dort richtig eingliedern kann und auch zu etwas nuetze bin.

Sonntag, 11. September 2005

Yuusu!!!

Jugendherbergenfeeling........ ich werde es vermissen! Hier in Kyoto war ich mal wieder zwei Naechte in einem sehr netten japanischen "Yuusu Hosuteru" (Youth Hostel). Wenn ich an die Leute dort denke, fuehle ich mich schon wieder richtig trauerklosig...

Ich hatte nicht nur Kontakt mit Leuten von der ganzen Welt, sondern vor allem auch zu japanischen Reisenden. Mittlerweile geht leichte Basis-Konversation auf Japanisch echt super fluessig. So lange sassen wir noch zum Quatschen zusammen, dass wir uns einen Mitternachtsimbiss "schnorren" mussten... (in Japan schnorrt man nicht, in Japan sagt man "ich hab Hunger" und hofft dass irgendjemand aufspringt um was zu essen zu holen ^^)

Was hab ich in diesen Stunden gelacht - irgendwas lustiges gabs immer. Und nachdem ich so frei war festzustellen, dass einem japanische Maenner nie zur Hilfe eilen wenn frau ihre schwere Tasche die Treppe hochschleppt, hat mir ein japanischer Freund im Bahnhof IMMER mit dem Gepaeck geholfen... so sieht effektive Voelkerverstaendigung aus, wuerde ich sagen ;-)

Allerdings habe ich auch gemerkt, wie unglaublich schnell einem das Geld durch die Finger rinnt, wenn man pro Nacht 4000 Yen zahlt - sehr billig, aber eben 4000 Yen teurer als eine Gastfamilie...
Nun ja, jede Reiseart hat ihre Vor- und Nachteile. Ich werde sicher auf dieser Reise noch mal in einer JuHe absteigen, auch wenn ich meine Gastfamilien ja auch gern hab...

Unterwegs

Zwei Monate Japan

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Mein Zuhause zur Zeit:

- noch in D-land - 31.07.: Hiroshima
- 09.08.: Shikoku (Takamatsu)
- 11.08.: Shikoku (Tokushima)
- 14.08.: Lichterfest in Nara
- 16.08.: Ausflug in die Berge nach Takayama, zusammen mit Misako
- 19.08.: Internationales Jugendwochenende "Komuna Seminario", Tokyo
- 22.08.: Region Tokyo
- 31.09.: Nagoya
- Ise, Kyoto, Nara, Hikone am Biwa-See usw.
- 28.09.: Ru¨ckflug

Aktuelle Beiträge

Sayonara Senso!!
Ja, ich habe den 6.8. hinter mir! Ich muss sagen, als...
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Muss ich jetzt den Link hierher kappen? Wahrscheinlich,...
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Zuhause ....
Liebe Helen, ich bin sicher, du hattest eine gute Zeit...
verenaz - 1. Okt, 12:48
Ja, Ja
Wieder zu Hause *lach*, freut mich! Genießt du...
Tsukasa - 30. Sep, 13:34

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